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Warenwirtschaftssystem

06.09.2010 @ 11:38, ,

Ein Warenwirtschaftssystem (abgekürzt WWS oder WaWi) ist ein Modell zur Abbildung der Warenströme im Geschäftsprozess eines Unternehmens. Der Begriff wird überwiegend im Zusammenhang mit Software für Disposition und Logistik verwendet.

Eigenschaften und Funktionen


Warenwirtschaftssysteme betreffen mehrere Bereiche:
  • Der Einkauf benötigt Funktionen für die Bestellvorschlagsermittlung und die Bestellung. Anhand der Daten des Verkaufs und der Lagerhaltung kann ein WWS automatisiert Bestellvorschläge ermitteln bzw. eine Bestellung auslösen.
  • Die Lagerhaltung überwacht im Warenwirtschaftssystem durch ein Modul für Lagerverwaltung die interne Bestandsführung. Damit die Bewegungsdaten, vor allem des Verkaufes (Auftragsbestätigungen, Lieferscheine), des Einkaufes (Bestellung, Wareneingang) und ggf. der internen Reservierung und Lagerentnahme für die Fertigung, automatisch in die Lagerverwaltung übernommen werden, ist die moderne Lagerverwaltungssoftware ein integriertes Modul eines WWS. Die Inventur der Waren wird dabei mit unterstützt. Lagerkennzahlen, die ein WWS mit unterstützen sollte, sind beispielsweise der Mindestbestand, der Meldebestand und der Höchstbestand.

Mögliche Bestandteile


Weitere mögliche Bestandteile eines Warenwirtschaftssystemes sind:

Offenes, geschlossenes und integriertes Warenwirtschaftssystem


Ein Warenwirtschaftssystem wird als geschlossen bezeichnet, sofern es alle folgenden zentralen Module umfasst:
  • Wareneingangsmodul
  • Warenausgangsmodul
  • Dispositions- und Bestellwesenmodul
  • Ausgabe von Dispositionshilfen und Bestellvorschlägen
  • Bestellschreibung und Überwachung und
  • Marketing-/ Managementinformationsmodul

Fehlt eines dieser Module, handelt es sich um ein offenes Warenwirtschaftssystem. Von einem integrierten Warenwirtschaftssystem hingegen spricht man, wenn alle obig genannten Module vorhanden sind und zusätzlich noch Verbindungen nach Außen, also beispielsweise zu Banken, Lieferanten, oder Marktforschungsinstituten, bestehen.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Enterprise Resource Planning-Systemen


Der Übergang zwischen Warenwirtschaftssystem und ERP-System ist nicht klar definiert. Die Abgrenzung erfolgt in der Regel anhand des Funktionsumfanges. Sind z. B. Funktionen oder Module im Bereich Controlling und Materialwirtschaft integriert, spricht man eher von einem ERP, als von einem WWS.

Der Aufbau der Anwendungssoftware eines WWS basiert auf einer Datenbank, die die Stammdaten und Bewegungsdaten mit folgender Datenbankstruktur verwaltet: Stammdaten sind die in Datensätzen verwalteten Objekte, vor allem Kunden, Lieferanten, Waren (Artikel) oder Stücklisten. Bezogen auf diese werden die Bewegungsdaten, die verwalteten wirtschaftlichen Transaktionen in Form von Geld (Eingangsrechnung, Rechnung an den Kunden...) und Waren (Lagereingang, Lieferschein) usw. in eigenen Datensätzen erfasst.

Kategorie:ERP-Software
Kategorie:Disposition (Wirtschaft)
Kategorie:Logistik

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